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Smart Home Rauchmelder Test

Last Updated on 27. Mai 2021 by Sebastian Fischer

Der Markt der Rauchmelder hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und so gab es auch große Entwicklungen im Bereich der Smart Home Rauchmelder. Aus diesem Grund starten wir heute eine Reihe in der es ausschließlich um smarte Rauchmelder geht. In diesem Beitrag wollen wir uns die bekanntesten Systeme am Markt anschauen und Vor- und Nachteile beleuchten.

Wo liegt der Unterschied zwischen Smart Home Rauchmelder und Funkrauchmeldern?

Bei Funkrauchmeldern findet immer die Kommunikation zwischen den Meldern statt, d.h. im Falle eines Alarms löst er Melder der den Brand erkannt hat alle anderen Meldern aus.

Bei den meisten Smart Home Systemen ist dies anders. Sobald hier Rauchmelder einen Brand erkennt, löst dieser einen Alarm aus und teilt dies der Zentrale mit. Je nach Hersteller stößt dann die Zentrale einen Alarm bei allen anderen Meldern an und gibt eine Meldung an eine App oder andere Aktoren wie zum Beispiel eine Sirene an. Durch die Ansteuerung von Aktoren ergeben sich vielen Möglichkeiten. So zum Beispiel kann das Smart Home System bei Auslösen eines Rauchmelders das Licht anschalten und die Rollläden hochfahren.

Wo liegen die Vorteile von smarten Rauchmeldern?

Einer der wohl größten Vorteile solcher Systeme ist, wie bereits angeschnitten, die Möglichkeit der Auslösung einer „Kettenreaktion“. Ein weiterer Vorteil solcher smarten Systeme liegt in der Alarmierung via App. Sobald ein Melder Rauch erkennt wird eine Meldung an die App gesendet, die den Inhaber frühzeitig alarmiert.

Ein weiterer Pluspunkt ist die vielfältige Nutzung von Rauchmelder in solchen Systeme. So kann ein Rauchmelder nicht nur als Rauchmelder eingesetzt werden, sondern auch als Innensirene. Sobald ein Öffnungskontakt im System bei aktivierter Alarmfunktion auslöst, können dann die Rauchmelder einen Alarm auslösen.

Die wohl wichtigste Information bei einem Feueralarm ist die Frage nach dem „WO ?“. Da bei der Einrichtung eines Smart Home Systems in der Regel den Rauchmelder, wie auch allen anderen Komponenten“ ein Ort zugeteilt wird, kann man bei einem Alarm sofort sehen, welcher Melder in welchem Raum ausgelöst hat. So kann schnell gehandelt werden und unter Umständen das Feuer in seiner Entstehungsphase noch gelöscht werden.

Alle Vorteile auf einen Blick

  1. Auslösung von Kettenreaktion (Licht an, Rollläden hoch)
  2. Information auf dem Smartphone
  3. Einsatz als zum Beispiel Innensirene
  4. schnelle Ortung des auslösenden Melders

Welche Smart Home Systeme mit Rauchmeldern gibt es am Markt?

Bei dieser Frage muss man im wesentlichen zwischen Hersteller und System unterscheiden. Zum einen gibt es die großen Anbieter wie Bosch Smart Home, Telekom Magenta Smarthome, Homematic oder Innogy. Dies Anbieter setzen im wesentlichen auf Ihre eigenen in sich geschlossenen Systeme mit Schnittstelle an andere. So bietet Bosch zum Beispiel eine Schnittstelle zu Philips Hue, Apple HomeKit, Hey Google und Alexa. Weiter Anbindungen gibt es derzeit nicht bei Bosch. Ähnlich verhält es sich auch bei den beiden anderen Anbietern. So liegt der Nachteil bei diesen Systeme in der begrenzten Erweiterbarkeit, der Vorteil jedoch in der stabilen und zuverlässigen Funktion. Auf die einzelnen Vor- und Nachteile dieser Systeme gehen wir in einem späteren Blogbeitrag ein.

Neben diesen großen Anbieter gibt es jedoch auch andere Systeme zu denen es meist mehrere Anbieter gibt und somit eine größere Flexibilität bieten. Hier sei zuerst das wohl am weitesten verbreitete System „Z-Wave“ genannt.

Z-Wave

Bei „Z-Wave“ handelt es sich um einen Kommunikationsstandard der 2001 von zwei dänischen Ingenieuren entwickelt wurde. Mit inzwischen mehr als 2100 zertifizierten Produkten von verschiedenen Herstellern ist Z-Wave der am weitesten verbreitete Standard im Bereich Smart Home. Anfänglich waren Z-Wave Systeme nur etwas für Bastler. Seit der Einführung von Z-Wave Plus und der Smart Home Software Z-Way ist dieses System deutlich benutzerfreundlicher geworden. Erfahrungen und etwas Entdeckergeist sollte man bei diesem System mitbringen.

ZigBee

Den Standard ZigBee gibt es seit 2002 und wurde durch die ZigBee-Allianz gegründet und wurde von mehr als 230 Unternehmen gegründet. Das wohl bekannteste Unternehmen dürft hierbei der Leuchtmittelhersteller Phillips sein. Gerade im Bereich der Lichtsteuerung hat ZigBee eine weite Verbreitung und so setzten auch Ikea auf dieses System. Im Bereich der Rauchmelder ist Zigbee nicht weit verbreitet und so gibt es nur einen kleine Hand voll Hersteller die auf dieses System setzen.

EnOcean

Tatsächlich ist EnOcean nicht besonders weit verbreitet, hat jedoch einen unglaublich interessanten Ansatz. Zu erzeugen zum Beispiel EnOcean Schalter die Energie für das Funksignal beim Drücken des Schalters selbst. Anderen Komponenten bedienen sich des Sonnenlichtes. Gegründet wurde EnOcean 2001 und ist ein durch Wagninskapital finanziertes Unternehmen von Siemens.  Derzeitig verfügbare smarte Rauchmelder mit EnOcean Technologie sind uns leider nicht bekannt.

KNX

Begründet wurde der KNX Standard von Berker, Jung, Gira, Merten und Siemens im Jahr 1990 und zählt damit zu den am längsten am Markt vertretenen Standards.

Homematic

eQ-3 wurde 2007 von der ELV Electronic AG gegründet und vertreibt seine Produkte unter anderem unter der Marke Homematic. Unter anderem fertigt eQ-3 auch Smart Home Produkte für Bosch, Lidl (Silvercrest), Innogy und Qivicon. Alles in allem hat eQ-3 einen Marktanteil in Europa von ca. 40%. Homematic benutzt zur Kommuinikation der Komponenten untereinander ein eigenes Protokoll und kann somit nur mit Homemativ Komponenten betrieben werden.  Verfügbar sind derzeit die Produktlinien Homematic, Homematic IP (für Einsteiger optimiertes System) und Homematic Wired (kabelgebundene Version über die Elektroverteilung).

In den folgenden Blogbeiträgen werden wir auf die einzelnen Systeme genauer eingehen und Komponenten vorstellen.

Smarte Rauchmelder im Test

Bei der Vieffalt an Produkten, fällt es schwer jeden Melder unter die Lupe zu nehmen, Daher haben wir uns entschieden die prominentesten Vertreter dieser Kategorie einmal genauer anzuschauen. So viel Die Wahl auf:

  • den POPP Z-Wave Rauchmelder
  • den Netatmo Rauchmelder
  • den Bosch Rauchmelder
  • und den Nest Protect 2.Generation

Popp Z-Wave Rauchmelder

smarter Rauchmelder von Popp

Dee Basis dieses Rauchmelders bildet ein Melder aus dem Hause GEV /Flammex welcher Popp Z-Wave Rauchmelder

mit einem Funkmodul ausgestattet ist, dass eine Kommunikation mit anderen Z-Wave kompatiblen Produkten möglich macht. Dabei kommunizieren die Melder nicht direkt miteinander, sondern immer über die Zentrale.

Aufgrund der verbauten steuerbaren Sirene hat dieser Melder die Möglichkeit bei einem Alarm eines anderen Melders im System, über die Zentrale aktiviert zu werden und ebenfalls einen Alarm auszulösen. Auf diesem Weg können bei einem Brand alle Melder des Systems ausgelöst werden.

Da diese Melder nicht über eine Repeaterfunktion verfügen, muss bei jedem verbauten Melder sichergestellt werden, dass dieser direkt mit der Zentrale kommuniziert oder die Reichweite über einen Z-Wave Repeater erweitert wird.

Die Stromversorgung bei dem Popp Z-Wave Melder erfolgt mittels einer Batterie für den Melder selber und einer Batterie für das Funkmodul. Die enthalten Batterie haben im Schnitt eine Laufzeit von 2 Jahren.

Netatmo Rauchmelder

Netatmo Smarthome Rauchmelder

Der Rauchmelder von Netatmo geht hier einen anderen Weg. Er benötigt keine Zentrale, sondern überträgt die Alarmmeldung direkt über WLAN auf Ihr Handy auf die Netatmo App.  Eine Funkvernetzung der smarten Melder untereinander findet jedoch nicht statt.

So löst jeweils nur der Melder einen Alarm aus, der den Brand erkannt hat. Sollte das WLAN Netz einmal nicht vorhanden sein, arbeitet der smarte Melder als eigenständiger Meldung und alarmiert mit 85 dB/A. Die Meldung über die App würde dann ausbleiben.

Neben der Erkennung von Rauch bringt der Rauchmelder von Netatmo in Verbindung mit der App jedoch noch weitere spannende Features mit. So kann man sich an die Wartungsintervalle erinnern lassen und via Bluetooth den Alarm vor Ort deaktivieren.

Eine Deaktivierung des Melders über WLAN ist nicht möglich, da eine Inaugenscheinnahme bei einem Alarm stets vorgenommen werden sollte um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um keinen Brand handelt.

Die Stromversorgung des Netatmo Melders findet mittels einer festverbauten Lithium Batterie über 10 Jahre statt. Sobald die Batterieladung sich ihrem Ende neigt, werden sie über die App und vom Rauchmelder direkt informiert.

Bosch Rauchmelder

Bosch Smart Home Rauchmelder

Bosch setzt bei seinem System auf einen Gateway über welchen bei einem Alarm eine Nachricht übermittelt wird. Dies hat den Vorteil, dass Sie bei einem Alarm sofort die Mitteilung erhalten und auch den Alarm von der Ferne stoppen könne. Des Weiteren wird durch die Zentrale bei einem Alarm das gesamte Licht, so es sich um z.B. ein Philips Hue System handelt, eingeschaltet wird und, so vorhanden, auch die Rollläden die über eine Steuerung von Bosch verfügen hochgefahren werden.

Dies bedingt natürlich eine größere Ausstattung mit Bosch Komponenten bietet dafür jedoch ein großen Funktionsumfang. Auch der regelmäßige Test der smarten Rauchmelder von Bosch kann mit der App bequem durchgeführt werden.

Sollten Sie über kein Philips Hue System verfügen, wird Ihnen der Rettungsweg von der im Rauchmelder integrierten LED beleuchtet.

Bei einem Alarm lösen bei dem System von Bosch alle Melder einen Alarm aus. Dies bedingt jedoch den Gateway als Zentrale. Sobald dieser ausfällt löst nur noch der Melder, welcher den Brand bzw. Rauch erkannt einen Alarm aus. Die Lautstärke des Alarms liegt bei 85dB/A und entspricht damit der Norm DIN EN 14604.

Die Stromversorgung wird bei dem Bosch System durch eine festintegrierte Lithiumbatterie über 10 Jahre realisiert. Sobald die Spannung für einen problemlosen Betrieb zu gering wird, meldet dies der Melder und auch die App.

Nest Protect 2.Generation

Bei dem Nest Protect Rauchmelder der 2.Generation von Google gibt eine ganze Liste von Besonderheiten. So hat Nest bei der Entwicklung eines Rauchmelders alles bisher bekannte über Bord geworfen und das Thema Rauchmelder komplett neu erdacht. Im Gegensatz zu den restlichen Rauchmeldern in diesem Review handelt es sich bei den Nest Melder um einen smarten Rauch- und CO-Melder.

Die Anbindung des Melders erfolgt direkt über WLAN an den Online-Service von Nest, dass heißt es wird kein zusätzlicher Gateway benötigt. Bei einem erkannten Alarm erhält der Nutzer eine Meldung direkt auf das Smartphone. Zeitgleich löst der Melder einen Alarm aus, der erst durch eine Stimme angekündigt wird und dann zu einem Alarmton wechselt. Zusätzlich wird die LED des Melders aktiviert um den Raum zu beleuchten. Eine Alarmierung von eventuell anderen vorhanden NEST Rauchmelder findet bei diesem System nicht statt.

smarter Rauchmelder

smarter Rauchmelder von Nest

Die Stromversorgung des Nest Melders wird durch tauschbare Batterie ermöglicht. Hierbei handelt es sich um 6 x AA Batterie. Nest empfiehlt hier explizit den Einsatz der Energie

Ultimate L91 Batterien. In der Regel werden mit diesen Batterie 2 Jahre Laufzeit realisiert.

Neben den Sensoren für die Erkennung von Rauch und Kohlenmonoxid, sind in diesem Melder auch noch ein Anwesenheitssensor und ein Umgebungslichtsensor verbaut.  Beide Sensoren sind verantwortlich für das Nachtlicht und die Nachtwächterfunktion.

Erfässt der Anwesenheitssensor , in einem Winkel von 120 Grad,  Bewegungen und schaltet dieser bei Dunkelheit den integrierten LED Ring ein. Die Nachtwächterfunktion tritt in Aktion sobald das Licht in einem Raum abgeschaltet wird und aktiviert für einige Sekunde den LED-Ring mit grünem Licht um eine ordnungsgemäße Funktion anzuzeigen.

Bei einer Fehlfunktion wird dies mit einem rot leuchtenden LED Ring angezeigt, eine Meldung auf die Smartphone App gesendet und eine Sprachmitteilung direkt vom Melder gesendet (über den integrierten Lautsprecher).

Ähnlich wie bei dem Bosch System kann bei einem Alarm der Melder auch direkt über die App deaktiviert werden.

Diese Funktionsvielfalt hat natürlich auch Ihren Preis und das in zweifacher Hinsicht. Neben dem höchsten Kaufpreis (ca. 129 Euro) aller erwähnten Rauchmelder ist auch unklar was mit den gewonnen Daten des Melders geschieht. So hat Nest/Google Kenntnis über Bewegung in den Räumen.

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Sebastian Fischer

Sebastian Fischer ist seit 2009 im Onlinehandel mit Schwerpunkt Sicherheitstechnik und Brandschutzprodukte tätig. Seit 2011 Geschäftsführer und Inhaber der Firma Rauchmelder-Experten.de, ist er mit Herz und Seele im Bereich privater und gewerblicher Brandschutz unterwegs. Natürlich ist hat er die Zertifizierung zur Fachkraft für Rauchwarnmelder erfolgreich absolviert und erneuert diese regelmäßig. Mit Projekten wie www.buschi-wird-feuerwehrmann.de versucht er, das Thema Brandprävention auch im Umfeld von Kinder zu etablieren.

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