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Interview mit AirQ – Die Revolution der Raumluftanalyse

Last Updated on 1. Dezember 2020 by Sebastian Fischer

Vorwort:

Im Frühjahr 2019 startete das Chemnitzer Unternehmen air-Q eine Kickstarter Kampagne um Gelder für Ihr Produkt, einen der intelligentesten und umfassendsten Luftanalysatoren, einzusammeln. Mit grossem Erfolg. Ein Jahr später befindet sich die Produktion der Analysatoren in vollem Gange. Ein Grund mit dem Geschäftsführer und Gründer der Firma Mario Körösi zu reden.

Das Interview

Hallo Herr Körösi! Wie genau sind Sie auf die Idee gekommen einen Analysator für die Raumluft zu entwickeln?

Die Idee kam meinem Kollegen Daniel Lehmann. Auf einer privaten Feier beklagten sich mehrere Gäste über Kopfschmerzen. Erst später stellte sich heraus, dass es wohl an der überaus schlechten Luft lag. Man kennt es ja selbst: beim Rausgehen und erneuten Reinkommen in einen Raum merkt man die verbrauchte Luft deutlich; während man sich im Raum befindet, jedoch nicht.

Da es kein Gerät gab, was die Ansprüche meines Kollegen erfüllte die Raumluft in Echtzeit und umfassend zu messen – er ist promovierter Physiker – baute er einfach selbst ein Gerät. Mich begeisterte die erste Vorführung so sehr, dass wir uns gemeinsam entschieden das Gerät, später air-Q getauft, professionell anzubieten.


Warum haben Sie auf die Finanzierung via Kickstarter gesetzt?

Die Kosten für die Produktion eines air-Q sind hoch. Für ein kleines Unternehmen stellt das eine große Herausforderung dar. Ziel der Kickstarter-Kampagne war es die Nachfrage nach einem doch recht hochpreisigen, allerdings umfassenden und hochwertigen Gerät, zu prüfen sowie das Geld für die erste Produktion einzunehmen bzw. so auch weitere Kapitalgeber zu gewinnen. Durch die Kampagne waren wir dann tatsächlich in der Lage weitere Geldgeber zu gewinnen.

In Kürze ist übrigens eine weitere Crowdfunding Kampagne geplant.


Was ist die genaue Funktionsweise des air-Q?

Der air-Q misst sekündlich alle wichtigen Parameter der Atemluft – 14 an der Zahl. Daraus wird ein Gesundheitsindex und ein Leistungsindex berechnet, der am air-Q durch die LEDs angezeigt wird – die neun grünen LEDs zeigen an, wie gesund die Luft ist und die neun blauen LEDs geben Informationen darüber, wie eingeschränkt die Leistungsfähigkeit durch mögliche zu schlechte Luftqualität ist. Die LEDs können aber auch komplett selbst konfiguriert werden.

Zum air-Q gibt es eine kostenlos Smartphone App, die alle Messwerte bis auf Parts per Billion (ppb) genau anzeigt. Alle Messwerte werden mit aktuellen Grenzwerten in Verbindung gebracht und es erfolgt eine Warnung bei Überschreitungen, außerdem können Diagramme zu allen Werten gezeichnet und untereinander verglichen werden. Ebenso gibt es einen Gesundheitsberater, der hilft die Werte zu verstehen und Verbesserungsvorschläge gibt.

airQ Analysator
Neben der Analyse der Raumluft, kann der air-Q auch als Rauchmelder fungieren. Analysieren Sie dazu die Brandgase oder Rauchpartikel?

Genau! Der air-Q analysiert eine ganze Menge Daten und gibt Rauchalarm / Feueralarm bzw.  Gasalarm. Der Umfang der Alarme ist deutlich weiter gefasst als der Alarm eines normalen Brandmelders, da viel mehr Daten miteinbezogen werden.

Es wird Feueralarm / Rauchalarm ausgelöst, wenn der Feinstaubwert oder Kohlenmonoxid-Wert kritisch ist oder die Temperatur 70 °C überschreitet. Gasalarm gibt es, wenn der Ozon-Wert oder der Stickstoffdioxid-Wert zu hoch ist. Feueralarm wird in Rot signalisiert und Gasalarm in Gelb, begleitet von einem akustischen Signal ähnlich wie bei einem normalen Rauchmelder.


Planen Sie eine Zertifizierung entsprechend der DIN EN 14604 (Normierung für Rauchwarnmelder) oder sogar einen dedizierten Rauch- oder Brandgasmelder?

Wir haben einen Kooperationspartner mit dem wir die Zertifizierung planen. Der air-Q so wie er jetzt ist, erfüllt die Norm nicht, da das Gerät nicht an der Zimmerdecke angebracht werden kann und ein Akku nicht fest verbaut ist.

Unser Ziel ist es allerdings eigentlich da zu messen, wo Menschen atmen – das ist nicht an der Zimmerdecke. Deshalb sollte der air-Q entweder auf dem Schreibtisch oder auf der Komode platziert werden. Unsere eigenen Messungen zeigen, dass der air-Q dort auch hervorragend als Alarmgeber fungiert, da er bereits reagiert, bevor eine Rauchschwade an der Zimmerdecke einen normalen Rauchmelder auslöst.

 

Wo genau liegt der Unterschied zwischen Ihrem air-Q Melder und den bisher verfügbaren Geräten am Markt?

Der air-Q ist ein Multigassensor, der wirklich alles erfasst, was an Gasen im Innenraum vorkommen kann bzw. was sinnvoll ist zu messen. Wenn es doch einmal nicht ausreichen sollte, so können wir sogar auf 1-Stück Basis einen individuellen Sensor herstellen. Dazu müssen sich die Kunden nur bei uns melden. Wir wollen auch noch eine Art Baukastensystem anbieten – später im Shop zu finden.

Weiterhin entwickeln wir den air-Q sehr intensiv weiter, teils auf Wochenbasis gibt es neue Funktionen für die Firmware, Smartphone App und air-Q Cloud. Wichtig ist vielen unserer Kunden ebenso, dass sich der air-Q auch komplett ohne Onlinekonto verwenden lässt und damit keine Daten nach außen gelangen.

 

Gerade in Zeiten von Covid-19 wird empfohlen regelmäßig zu lüften. Gerade für Schulen boomt derzeit die Anschaffung von CO-Meldern. Kann Ihr Gerät hier Unterstützung bieten?

Mit dem air-Q Light haben wir seit kurzem eine spezielle Version genau dafür im Angebot. Der air-Q Light misst insgesamt sechs Parameter, zentral ist dabei Kohlendioxid. Am Gerät kann man dann anhand der LEDs ablesen, wann zu lüften ist. Dabei haben wir aber mehr als ein einfaches Ampelsystem installiert, sondern zeigen das etwas feinkörniger an. Im Detail lassen sich die Werte dann in der Smartphone App oder online ansehen. Zum Beispiel kann man durch die Diagramme genau herausfinden, ob gelüftet wurde und ob die aktuellen Vorsichtsmaßnahmen ausreichen oder ob diese gar mehr als ausreichend sind.


Können Sie uns einen kurzen Ausblick auf die nächsten Jahre in Bezug auf Ihre Produktpalette geben?

Im nächsten Jahr planen wir die Einführung des air-Q Select und damit zweier Zusatzsensoren, welche Kunden individuell im Shop wählen können. Weiterhin soll der air-Q Radon erscheinen. In der Software wird es im nächsten Jahr viele Neuerungen geben – auf Basis der Luftdaten (wir nennen das Signaturen) lassen sich noch viele spannende und nützliche Funktionen realisieren. Das alles wird es dann als Update für alle Kunden geben.

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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Sebastian Fischer

Sebastian Fischer

Sebastian Fischer ist seit 2009 im Onlinehandel mit Schwerpunkt Sicherheitstechnik und Brandschutzprodukte tätig. Seit 2011 Geschäftsführer und Inhaber der Firma Rauchmelder-Experten.de, ist er mit Herz und Seele im Bereich privater und gewerblicher Brandschutz unterwegs. Natürlich ist hat er die Zertifizierung zur Fachkraft für Rauchwarnmelder erfolgreich absolviert und erneuert diese regelmäßig. Mit Projekten wie www.buschi-wird-feuerwehrmann.de versucht er, das Thema Brandprävention auch im Umfeld von Kinder zu etablieren.

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