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Feuermelder – Alle Antworten

Last Updated on 17. Juli 2021 by Silke Fischer

weißer FeuermelderBei der Verwendung des Begriffs Feuermelder kommt es immer wieder zu Verwirrung. Der Grund: Es gibt Brandmelder, die an eine sogenannte Brandmeldeanlage angeschlossen sind und direkt einen Alarm an die Feuerwehr melden können. Und es gibt Rauchwarnmelder, die für Wohnräume konzipiert sind und den Alarm nicht an die Feuerwehr melden. Während Brandmelder auch zum Objektschutz gedacht sind, sind Rauchwarnmelder allein zum Schutz von Personen gedacht. Beides wird jedoch häufig als Feuermelder bezeichnet. In diesem Artikel soll es um Feuermelder gehen, für die seit einigen Jahren in den meisten Bundesländern eine Pflicht besteht: Feuermelder für Wohnräume.

Was macht ein Feuermelder?

Feuermelder für Wohnräume überwachen die Raumluft und sollen bei einer gewissen Rauchkonzentration Alarm schlagen, sodass sich alle Personen in der Wohnung/ im Haus in Sicherheit bringen können. Die größte Gefahr besteht in der Nacht, da man im Schlaf nicht riechen kann und möglicherweise nicht rechtzeitig aufwachen würde, um zu fliehen.

geöffneter Feuermelder

Rauchkammer in einem geöffneten Feuermelder

Wie funktioniert ein Feuermelder?

Feuermelder haben im Inneren eine Rauchkammer. Dort senden eine Laser kontinuierlich einen Lichtstrahl aus. Wird dieser durch Partikel wie Rauch gebrochen, erreicht das Licht einen Sensor, wodurch ein Alarm ausgelöst wird.

Welche Feuermelder gibt es?

Auf dem deutschsprachigen Markt gibt es nur die oben beschriebenen photoelektrischen Rauchmelder. Diese gibt es als Smart-Home-Melder, als Standalone-Melder und als vernetzte Feuermelder.

Einige Standalone-Melder (nicht vernetzte Melder) lassen sich nachträglich mit einem Funkmodul ausrüsten und so mit anderen Meldern vernetzen. Weniger verbreitet sind 230V-Melder, die ihre Energieversorgung per Kabel erhalten.

Außerdem können einige Melder auch per Kabel vernetzt werden. Kabel-betriebene und Kabel-vernetzte Melder eigenen sich jedoch eher für komplexe System, die einer Brandmeldeanlage ähneln oder bei Neubauten.

Feuermelder – wohin gehören sie?

Feuermelder anbringenWo man Feuermelder anbringt, hängt im Detail vom Schnitt der Wohnung oder des Hauses ab. Generell gilt jedoch: Feuermelder werden möglichst mittig im Raum an der Decke angebracht. Zu Lampen, Wänden oder anderen Hindernissen, die das Eindringen von Rauch verhindern oder verzögern können, ist ein Abstand von 50 cm einzuhalten. Feuermelder können in allen Wohnräumen montiert werden, die überwacht werden sollen. Ausnahmen sind Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit und Räume mit erhöhter Staubbelastung, also z.B. Badezimmer, Keller, Dachboden.

Wie viele Feuermelder sind Pflicht?

Auch wenn die Regelung zur Rauchmelderpflicht in den einzelnen Bundesländern etwas voneinander abweicht, wurde sie nun in allen Bundesländern eingeführt. Eine feste Anzahl, wie viele Feuermelder zu installieren sind, gibt es jedoch nicht. Wie viel Feuermelder installiert werden müssen, um der Pflicht gerecht zu werden, hängt hauptsächlich davon ab, wie viele Schlafzimmer und Kinderzimmer vorhanden sind. Denn in der Regel (so auch in NRW, Bayern und Niedersachsen) besagt die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes (hier ist die Rauchmelderpflicht verankert), dass Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils über mindestens einen Rauchwarnmelder (Feuermelder) verfügen müssen. In den meisten Wohnungen sind daher also mindestens drei Feuermelder nötig: 1 Feuermelder im Schlafzimmer, 1 Feuermelder im Kinderzimmer und ein Feuermelder im Flur. Auch Gästezimmer zählen als Schlafzimmer.

Übrigens gilt die Rauchmelderpflicht für Wohnungen und Häuser gleichermaßen, da auch Häuser als Wohnungen gelten. Der Unterscheid ist nur, dass Wohnungen in Mehrfamilienhäusern an der Wohnungstür enden und Wohnungen in Form von Einfamilienhäusern an der Haustür enden.

Feuermelder-Pflicht in DeutschlandAb wann sind Feuermelder Pflicht?

Seit wann Feuermelder Pflicht sind, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Mit Ablauf des Jahres 2020 sind Feuermelder nun aber in allen Bundesländern Plicht. Für Sachsen gilt bislang eine Ausnahme: Eine Pflicht für Bestandsbauten, die vor der Einführung der Pflicht erbaut wurden, besteht nicht.

In welchen Räumen sollten Feuermelder montiert werden?

Feuermelder/Rauchmelder im Haus

Montageorte für Feuermelder/Rauchmelder

Feuermelder müssen in Räumen montiert werden, in denen Menschen bestimmungsgemäß schlafen – bestimmungsgemäß, weil man natürlich theoretisch in jedem Raum einer Wohnung einschlafen könnte.

Außerdem sind Kinderzimmern mit Feuermeldern auszustatten, auch wenn diese nur als Spielzimmer und nicht als Schlafraum genutzt werden. Denn leider ist es so, dass wenn Kinder im Kinderzimmer einen Brandauslösen, sie sicher eher verstecken als sich in Sicherheit zu bringen.

Zusätzlich sind Rettungswege von Kinderzimmern und Schlafräumen mit Feuermeldern abzusichern, d. h. alle Räume, die vom Schlafzimmer oder Kinderzimmer aus durchquert werden müssen, um die Wohnungstür bzw. Haustür (bei Einfamilienhäusern) zu erreichen. Durchgangszimmer können deshalb auch als Rettungsweg gelten.

In Berlin und Brandenburg sollen auch in Wohnzimmern Feuermelder installiert werden.

Wer muss Feuermelder anbringen?

Für die Montage ist in allen Bundesländern der Eigentümer zuständig. Bei vermieteten Wohnungen ist das der Vermieter.

Wer muss für Feuermelder zahlen?

Da die Eigentümer/ Vermieter für den Einbau zuständig sind, mag man glauben, dass sie auch die Anschaffungskosten tragen müssen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Zunächst gilt der Einbau als Modernisierungsmaßnahme, wodurch eine kleine Mieterhöhung (8% der Installationskosten) erlaubt ist. Viele Vermieter nutzen aber den Service von Dienstleistern, die Feuermelder vermieten und diese dann auch regelmäßig warten. Oft wird die Mieter der Feuermelder dann auf die Nebenkosten umgelegt. Für NRW hat das LG Hagen entscheiden, dass die Umlage der Mietkosten nicht rechtens ist. Bis hier aber kein Urteil des BGHs vorliegt, gilt diese Entscheidung nicht bundesweit.

Die Kosten für die Wartung gelten jedoch überall als sonstige Betriebskosten und können daher auf die Nebenkosten umgelegt werden.

Wer prüft Feuermelder?

Wer Feuermelder zu prüfen hat, legt die Bauordnung des Bundeslandes fest.

Hier ist der Eigentümer zuständig:

  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen

Comic: Eine Figur weißt eine Andere auf Feuermelderpflicht hinIn allen anderen Bundesländern, liegt die Verantwortung für die Wartung bei Mieter. Da der Eigentümer jedoch immer die Verkehrssicherungspflicht trägt, muss er die regelmäßige und korrekte Wartung sicherstellen.

Aus diesem Grund darf der Eigentümer/Vermieter in allen Bundesländern entscheiden, wer die Wartung übernimmt und dafür auch eine Firma beauftragen.

Ob Feuermelder installiert wurden wird übrigens in der Regel nicht geprüft. Manche Schornsteinfeger haben sich dies jedoch zur Aufgabe gemacht. Außerdem können Mieter der Bauaufsicht melden, wenn Vermieter der Pflicht nicht nachkommen.

Wie oft muss man Feuermelder warten?

Bei der Wartung ist zwischen Herstellerangaben und der DIN-Angabe zu unterscheiden. Als Richtlinie zur korrekten Erfüllung der Rauchmelderpflicht gilt die DIN 14676. Sie besagt, das Feuermelder mindesten einmal im Jahr gewartet werden müssen.

Häufig empfehlen Hersteller jedoch Tests und Pflege in kleineren Intervallen. Diese gelten im Zweifel als maßgebend, da die Rauchmelderpflicht besagt, „Rauchwarnmelder müssen so […] betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird“. Eine einwandfreie Funktionsweise kann nur gewährleistet werden, wenn den Herstellerangaben gefolgt wird.

Warum geht der Feuermelder einfach an?

Feuermelder pieptWarum ein Feuermelder piept, kann verschiedene Gründe haben. Löst ein Feuermelder aus, ohne dass Rauch entstanden ist, spricht man von einem Fehlalarm oder Täuschungsalarm. Feuermelder reagieren auf Partikel in der Luft, die Licht streuen können. Hier gibt es natürlich eine gewissen Schwelle, ab welcher Lichtstreuung ein Alarm ausgelöst wird. Verirrt sich allerdings ein Insekt in die Rauchkammer, kann der Melder durchaus anfangen zu piepen. Ein anderer Grund kann Staub in der Rauchkammer sein. Mit der Zeit kann sich Staub am oder im Rauchmelder ablagern, der entweder aufgrund der Konzentration der Staubpartikel oder durch einen Luftstoß einen Alarm auslöst.

In einigen Fällen kann auch ein falscher Montageort zu einem Fehlalarm führen. Beispielweise sind Rauchmelder nicht für den Einsatz in Feuchträumen geeignet.

Wann geht ein Feuermelder los?

Wann ein Feuermelder spätestens auslösen muss, legt die DIN14604 fest. Darin wird die Brandansprechempfindlichkeit für Rauchwarnmelder festgelegt, also ab welcher Rauchdichte ein Feuermelder einen Alarm auslöst. Jedoch kann der Melder nicht zwischen Rauch und Staub unterscheiden, sodass kontinuierlich gemessen wird, wie viel Licht den Sensor in der Rauchkammer erreicht. Zudem gibt es Unterscheide bei der Empfindlichkeit zwischen verschiedenen Modellen.

Was tun, wenn der Feuermelder piept?

Wenn der Feuermelder eine Alarm abgibt, muss als erstes sichergestellt werden, ob und/oder wo eine Gefahr besteht.

Wenn es ein echter Alarm ist:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Rufen sie möglichst schnell die Feuerwehr.
  3. Bringen sie sich und andere in Sicherheit und schleißen sie möglichst viele Fenster und Türen ohne sich dabei in Gefahr zu bringen.
  4. Unternehmen Sie nur Löschversuche, wenn Sie sich dabei nicht in Gefahr bringen.

Bei einem Fehlalarm:

  1. Den Feuermelder stummschalten oder die Batterie entfernen
  2. Lüften
  3. Feuermelder nach Herstellerangaben reinigen
  4. Anleitung prüfen, ob es sich um eine Störungsmeldung handelt
  5. Ggf. Batterie wechseln
  6. Ggf Nachbarn informieren, dass es sich um einen Fehlalarm handelte

Was passiert wenn der Feuermelder angeht?

Bei einem Feuermelder, wie er in privaten Wohnräumen montiert wird, wird durch den Alarm nicht automatisch die Feuerwehr benachrichtigt. Möglicherweise meldet jedoch ein Nachbar den Alarm. Es passiert in der Regel also nichts, wenn der Feuermelder angeht. Feuermelder, die Teil einer Brandmeldeanlage sind, geben jedoch sehr wohl den Alarm an die Feuerwehr weiter, sodass diese mit Einsatzfahrzeugen anrückt.

Welcher Feuermelder ist gut?

Feuermelder im TestAlle Feuermelder müssen zunächst die Prüfung nach DIN 14604 bestehen. Darüber hinaus testet der VdS Feuermelder und zertifiziert diese, wenn sie den erweiterten Prüfkriterien entsprechen. Ein weiterer Anhaltspunkt, ob ein Feuermelder gut ist, kann das Testergebnis von Stiftung Warentest sein. Zu den Testsiegern zählen hier immer wieder Marken wie Ei Electronics und Hekatron.

Experten-Tipp: Checken Sie in den Herstellerangaben, wie oft der Feuermelder geprüft werden muss. Wird ein häufiges Reinigen empfohlen und dem nicht nachgekommen, kann dies die Lebensdauer der Melder deutlich verringern!

Was kosten Feuermelder?

In den Anschaffungskosten liegen die Kosten für Feuermelder zwischen weniger als 5 € bis über 150€ pro Stück. Maßgebend ist hier der Funktionsumfang. Besonders günstige Melder lassen sich beispielsweise bei einem Fehlalarm nicht stummschalten und besitzen Batterien, die ca. einmal im Jahr getauscht werden müssen. Feuermelder wie der Nest Protect sind in der Anschaffung teuer, bieten aber einen integrierten CO-Melder und viele smarte Funktionen.

Warum blinken Feuermelder?

Nicht alle Feuermelder blinken. Wird auf das Blinken verzichtet, spricht man auch von schlafzimmertauglichen Geräten. Meist sind es eher günstigere Modelle, die mit dem regelmäßigen Blinken ihre Funktionsfähigkeit signalisieren.

Welche Batterien sind die richtigen für Feuermelder?

festverbaute Batterie für FeuermelderViele Geräte für über 10€ besitzen fest integrierte Batterien. Man kann diese Batterien also nicht tauschen, da sie für die gesamte Lebensdauer des Melders von 10 Jahren ausgelegt sind. Denn nach 10 Jahren muss jeder Feuermelder gemäß DIN 14676 ersetzt werden. Bei Geräten, deren Batterie getauscht werden kann/muss, ist die Anleitung zu beachten. Oft wird darauf hingewiesen, dass nur ganz bestimmt Modelle zu verwenden sind. Also auch, wenn klar ist, dass eine 9V Blockbatterie eingesetzt werden muss, sollte genau nachgesehen werden, welcher Hersteller empfohlen wird.

Feuermelder ohne Montageplatte mit offenem BatteriefachWie öffnet man einen Feuermelder?

Generell sollten Feuermelder nicht geöffnet werden, weil sich im Inneren die sehr empfindliche Rauchkammer befindet. Mit dem Öffnen verliert der Feuermelder seine Garantie und wahrscheinlich auch seine Funktionsfähigkeit. Zum Wechseln der Batterie kann der Feuermelder aber von der Montageplatte gedreht werden, sodass das Batteriefach eingesehen werden kann. Dabei wird der Melder meist nach links gedreht.

Wie lange hält ein Feuermelder?

Wie lange eine Feuermelder hält lässt sich nicht pauschal sagen. Was jedoch alle Feuermelder gemeinsam haben, ist, dass sie nach 10 Jahren ersetzt werden müssen. Das liegt daran, dass Melder nach 10 Jahren so verschmutzt sind, dass eine korrekte Funktionsweise nicht mehr gewährleistet werden kann. Um einer vorzeitigen Verschmutzung entgegenzuwirken, sollten Feuermelder gemäß den Herstellerangaben gereinigt werden.

Woran erkennt man Feuermelder?

Feuermelder haben immer seitliche Luftschlitze, worüber Rauch in den Melder strömen kann. Außerdem verfügen viele Feuermelder über eine regelmäßig blinkenden LED. Ein weiteres Merkmal kann eine Testtaste an der Sichtseite des Melders sein.

PS: „Wenn die Feuermelder brennen“

Herr Wendler, wenn Feuermelder brennen, ist niemand mehr in der Lage, Brause zu trinken oder zu tanzen. 😉

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Silke Fischer

Silke Fischer hat 2007 ihr Ingenieurstudium erfolgreich abgeschlossen und ist seit 2009 nebenberuflich als Autorin im Bereich Onlinehandel mit Schwerpunkt Sicherheitstechnik und Brandschutzprodukte tätig. Außerdem verfügt sie über die Zertifizierung zur Fachkraft für Rauchwarnmelder.

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