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Wärme- statt Feuermelder in Raucherwohnungen verwenden?

02.10.2012

In einem Artikel auf stern.de vom 28. September wird Rauchern zur Installation von Wärmemeldern anstelle von Rauchmeldern geraten. Da es in Raucherwohnungen vermehrt zu Fehlalarmen käme, rät Michael Jörn, Sachverständiger beim TÜV Rheinland, zu Wärmemeldern. Die Begründung: Wärmemelder warnen nicht vor Rauch sondern erst wenn die Temperatur unter der Zimmerdecke auf circa 60 Grad steigt.

Diese Denkweise und der damit verbundene Rat zu Wärmemeldern zu greifen, ist jedoch irreführend. Die meisten Brandopfer – 70% – verunglücken nachts in den eigenen vier Wänden. Tödlich sind dabei nicht so sehr die Flammen, sondern der Rauch. 95% der Brandtoten sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung. Nur Rauchmelder haben sich als vorbeugender Brandschutz bewährt. Wärmemelder warnen bei einer erhöhten Zimmertemperatur. Im Falle eines Schwelbrands zum Beispiel entwickelt sich schnell giftiger Rauch und verteilt sich. Allerdings entstehen wegen unzureichender Zufuhr an Sauerstoff keine Flammen. Stattdessen lodert bzw. glüht der Brand vor sich hin. Ein Rauchmelder warnt vor der Gefahr, da das Gerät die Rauchpartikel detektiert. Somit werden Sie im Schlaf nicht vom Rauch überrascht und entgehen so einer Rauchvergiftung.

Wärmemelder detektieren den giftigen Rauch nicht, sondern lösen erst aus, wenn der Brand sich soweit entwickelt hat, dass die Flammen eine Hitze von 60 Grad erzeugt haben. Für Raucher wie auch Nichtraucher sind Rauchmelder im Wohnzimmer, in den Fluren und Kinderzimmer unabdingbar. Lediglich in der Küche und im Bad eignen sich Wärmemelder, da es hier vermehrt zu Fehlalarmen kommt. Dann sollten jedoch Rauchmelder im Flur vor diesen Räumen installiert werden. Im Wohnzimmer sollte aber auf jeden Fall ein Rauchmelder angebracht sein. Hier kommt es wegen der großen Anzahl an Elektrogeräten vermehrt zu Schwelbränden. Bei älteren Kabeln kann es passieren, dass die äußere Ummantelung nicht feuerfest ist und sich der Brand langsam aber sicher auf diesem Weg bzw. über die Ummantelung ausbreitet. Sobald der Schwelbrand an einem Bereich ankommt, an welchem Sauerstoff in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, so kann er sich in einen Flammbrand verwandeln. Ein Rauchmelder warnt frühzeitig, der Wärmemelder erst nachdem die giftigen Gase sich schon in der Wohnung verteilt haben.

Rauchmelder in Raucherwohnungen

Qualitative Rauchmelder lösen bei normalen Zigarettenkonsum in der Regel nicht aus, es sei denn der Rauch wird aus nächster Nähe auf das Gerät geblasen. Bei starkem Rauch, z.B. ein gefüllter Raum mit vielen Rauchern, kann es schon einmal zu Fehlalarmen kommen. Durch das Auslüften des Raumes wird der Alarm wieder beendet. Alternativ hat das Drücken der Stummschalttaste den gleichen Effekt. Durchlüften sollten Sie dennoch, nur schon der anwesenden Nichtraucher wegen.

Qualitative Rauchmelder erkennen Sie am VdS Gütezeichen um am Q-Sticker. Diese Geräte erhalten Sie in unserem Online-Shop und im Fachhandel.

Wie funktionieren Rauchmelder?

Rauchmelder dienen der Erkennung von Rauch durch einen Brand. Optische Rauchmelder sind mit Sensoren ausgestattet. In der Messkammer des Gerätes werden regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet, die im Normalzustand nicht auf die Fotolinse treffen. Tritt jedoch Rauch in die Messkammer ein, werden die ausgesendeten Lichtstrahlen durch die Rauchpartikel gestreut und auf das Fotoelement abgelenkt. So erkennt das Gerät das Rauchsignal und löst daraufhin den piependen Alarmton aus. Das so erkannte Rauchsignal löst den lauten Alarmton aus. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Prinzip garantiert, dass der Rauchmelder im Brandfall zuverlässig warnt, jedoch bei Zigarettenrauch nicht auslöst.

Da es in der Küche oder im Bad durchs Kochen oder elektrische Geräte vermehrt zu Fehlalarmen bei Rauchmeldern kommt, sollten in diesen Räumen Wärmemelder eingebaut werden. Diese eigenen sich besonders für staubige Räume. Wärmemelder (auch Hitzemelder genannt) lösen Alarm aus, wenn die Raumtemperatur einen bestimmten Wert (in der Regel etwa 60°C) überschreitet. Die Geräte lösen auch aus, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit die Umgebungstemperatur überdurchschnittlich schnell ansteigt

Generell gilt, für den Personenschutz sind Wärmemelder weniger geeignet. Eine wache Person könnte den Brand deutlich früher erkennen könnte als der Wärmemelder. Eine schlafende Person hingegen würde durch Brandgase ersticken, bevor der Wärmemelder eine Temperaturerhöhung detektiert.

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Sebastian Fischer ist seit 2009 im Onlinehandel mit Schwerpunkt Sicherheitstechnik und Brandschutzprodukte tätig. Seit 2011 Geschäftsführer und Inhaber der Firma Rauchmelder-Experten.de, ist er mit Herz und Seele im Bereich privater und gewerblicher Brandschutz unterwegs. Mit Projekten wie www.buschi-wird-feuerwehrmann.de versucht er das Thema Brandprävention auch im Umfeld von Kinder zu etablieren.

Kommentare

6 Antworten zu “Wärme- statt Feuermelder in Raucherwohnungen verwenden?”

  1. Amondo sagt:

    Wie ist es bei der Rauchmelderpflicht? Muss an den geforderten Stellen ein Rauchwarnmelder angebracht werden oder kann auch auf Hitzemelder ausgewichen werden. Als beispiel nehme ich ein Jugendzimmer in dem auch geschlafen wird und die Person in dem kleinen Zimmer Raucht bzw mit E-Zigarette raucht. Durch die E-Zigaretten entsteht doch teilweise sehr viel Dampf die wohl immer wieder zu Fehlalarmen führen würden.

    • Silke Fischer sagt:

      Guten Tag,

      Hitzmelder sind nicht im Sinne der Rauchmelderpflich zugelassen. Und nicht alle Rauchwarnmelder reagieren schon auf Zigarettenrauch. Ich habe beispielsweise Melder von EiElectronics, die auch nach 2 Stunden Shisha-Rauchen nicht anspringen.

      Viele Grüße

  2. achim peiker sagt:

    ich bin seit 45 jahren raucer und bekomme in meiner mietwohnung rauchmelder instaliert ich bin dauerhaft bettlägerig und kann zum rauchen meine wohnung nicht verlassen was soll ich tun um rauchmelder nicht auszulösen

    • Silke Fischer sagt:

      Guten Tag,

      wie schnell ein Melder auf Zigarettenrauch reagiert, hängt stark vom Gerät ab. Außer regelmäßigem Lüften oder eingeschränktem Zigarettenkonsum, gibt es sonst keine Möglichkeit, das Eindringen des Rauchs in den Melder zu verhindern.

      Viele Grüße

  3. Matthias Börker sagt:

    Hallo,
    wie sieht es denn mit Meldern aus, die statt optischer Sensoren oder nicht zugelassener Wärmesensoren auf Brandgase reagieren? Da beim Dampfen mit der E-Zigarette keine Verbrennung statt findet, dürften die ja theoretisch auch nicht auslösen!? Allerdings sieht das natürlich beim Rauchen von Tabakzigaretten wiederum ganz anders aus, da in diesem Fall ja eine Verbrennung statt findet.

    Was sagen denn die Experten dazu?

    Grüssle

    • Silke Fischer sagt:

      Guten Tag,

      solche Geräte reagieren tatsächlich nicht auf den Dampf. Allerdings sind dies auch sehr spezielle Geräte mit entsprechendem Preis und sie sind kein Ersatz für Rauchwarnmelder zur Erfüllung der Rauchmelderpflicht.

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