Eine sehr häufige Frage: Kann ein Rauchmelder auch Kohlenmonoxid (CO) erkennen oder brauche ich einen extra CO-Melder?
Die kurze Antwort: Ein Rauchmelder erkennt in der Regel kein Kohlenmonoxid. Für CO brauchen Sie einen Kohlenmonoxidmelder (CO-Warner) oder ein Kombigerät, das beides kann.
Erkennt ein Rauchmelder Kohlenmonoxid?
Nein, ein klassischer Rauchwarnmelder ist nicht dafür gebaut, CO zu messen. Rauchmelder reagieren auf Rauchpartikel (optisch über Streulicht). Kohlenmonoxid (CO) ist dagegen ein unsichtbares, geruchloses Gas. Dafür braucht es einen Gas-Sensor, meist elektrochemisch.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass viele Menschen fälschlicherweise glauben, CO könne „über Rauch/Alarm eines Rauchmelders“ erkannt werden – genau das ist ein gefährlicher Irrtum.
Erkennen CO-Melder Brände?
Bei Bränden entstehen gifte Gase, die CO-Melder erkennen können. Wichtig ist aber, dass CO-Melder kein Ersatz für Rauchmelder sind, da sie viel später auslösen.
Nach den üblichen Alarmkriterien (orientiert an EN 50291) alarmieren viele CO-Melder erst, wenn der CO-Anteil in der Raumluft einen gewissen Wert übersteigt. Die Dauer der Belastung ist dabei auch relevant:
- 50 ppm: Alarm innerhalb von 60–90 Minuten
- 100 ppm: Alarm innerhalb von 10–40 Minuten
- 300 ppm: Alarm in unter 3 Minuten
Unterschied zwischen Rauchmeldern und Kohlenmonoxidmeldern
Ein Rauchmelder (Rauchwarnmelder) warnt vor Brandrauch, in dem Partikel in der Rauchkammer erkannt werden. Die Partikel streuen Licht, das kontinuierlich im Melder ausgesendet wird und streuen es so an einen Empfänger. Erhält der Empfänger ausreichend viele Impulse, wird ein Alarm ausgelöst (photo-optisches Prinzip). In Deutschland gibt es eine Rauchmelderpflicht, die in den einzelnen Bauordnungen der Bundesländer verankert ist.
Ein Kohlenmonoxidmelder (CO-Melder / CO-Warner) warnt dagegen vor Kohlenmonoxid (CO), das etwa durch defekte oder undichte Verbrennungsgeräte entstehen kann. Er ist nicht automatisch durch die Rauchmelderpflicht abgedeckt, wird aber in Haushalten mit Gastherme, Kamin, Ofen, Durchlauferhitzer, Garage am Haus etc. dringend empfohlen.
Zusätzlich zu CO-Meldern gibt es Gasmelder, um Gase wie Methan, Butan oder Propan zu detektieren.
Rauchmelder mit Kohlenmonoxid-Melder
Einige Hersteller bieten Rauchmelder und Kohlenmonoxidmelder in einem, also Kombigeräte aus Rauchmelder und CO-Melder. Der größte Vorteil liegt darin, dass Sie pro Bereich nur ein Gerät installieren müssen. Das kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Sie in einem Raum sowohl ein Brandrisiko als auch ein CO-Risiko abdecken möchten.
Wichtig ist allerdings, dass es sich um ein echtes Kombigerät handelt, das beide Funktionen zuverlässig erfüllt – also Rauchwarnung und Kohlenmonoxid-Warnung. Achten Sie deshalb beim Kauf und in den Unterlagen darauf, dass das Gerät für die Rauchwarnung nach DIN EN 14604 und für die CO-Warnung nach DIN EN 50291-1 ausgelegt ist.


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