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Bayern – CSU erwägt Rauchmelderpflicht

Jahrelang hat die CSU sich gegen die Einführung einer Rauchmelderpflicht für Wohnhäuser ausgesprochen. Doch dies scheint sich nun zu ändern. Die CSU erwägt den Plan, Rauchmelder in Privathäusern zur Pflicht zu machen. Am Freitag gibt der CSU-Innenexperte Florian Herrmann den Grund für die neue Überlegung: über 600 Menschen sterben in Deutschland alljährlich bei Bränden. „Beinahe jedes dritte Brandopfer ist ein Kind. Rund 6000 Menschen pro Jahr erleiden schwere Brandverletzungen, die oftmals zu bleibenden Körperschäden führen“, sagte Herrmann und schlussfolgert, dass „vielen Opfern wäre mit Rauchmeldern dieses Schicksal Fotolia_39414348_XSerspart geblieben“ wäre.

Die SPD freut sich über den anstehenden Kurswechsel, fordert die Fraktion doch schon seit Jahren die bundesweite Rauchmelderpflicht. In ihrer Forderung wird die SPD vom Landesfeuerwehrverband unterstützt. Am vergangenen Freitag, am bundesweiten “Tag des Rauchmelders” überreichte der Verband ein Positionspapier an den bayrischen Innenminister Joachem Herrmann (CSU) und verlieh der Forderung damit Nachdruck. Da “auch Spürnasen keinen Rauch im Schlaf riechen”, betonen die Feuerwehren, werden Brände vor allem nachts zur tödlichen Gefahr. Sie weisen zudem daraufhin, dass in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch die meisten Menschenleben kostet. Es braucht nur wenige Atemzüge des hochgiftigen Rauchs und die Opfer würden im Schlaf bewusstlos ersticken. Rauchmelder sind Lebensretter, denn sie warnen mit einem schrillen Piepton frühzeitig vor der Gefahr und gibt somit die Chance rechtzeitig ins Freie zu fliehen.

Die Lebensretter verursachen nur sehr geringe Kosten und wer ein klein wenig mehr ausgibt, muss sich auch jahrelang nicht um die Wartung sorgen.

Die CSU-Fraktion gibt an „alle praktikablen Lösungen“ zu prüfen. Im Landtag haben die CSU und FDP eine Arbeitsgruppe zum Thema Rauchmelderpflicht eingerichtet. Diese beschäftigt sich nun „mit welchen Maßnahmen oder gesetzlichen Vorgaben“ erfolgreich Fortschritte beim Einbau von Rauchmeldern erzielt werden können.

Wie die SPD, hat auch die FDP-Fraktion bereits beschlossen, sich für die gesetzliche Rauchmelderpflicht einzusetzen. „Die Koalition arbeitet gründlich und zügig an einer soliden Lösung“, sagte FDP-Fraktionsvize Andreas Fischer. „Feuermelder retten Leben. Wer ein Haus besitzt, darf nicht nur an den Schutz des eigenen Lebens denken, sondern auch an seine Verantwortung für Dritte: Kinder, Nachbarn, Feuerwehrleute.“

Ein Kommentar des früheren Parteichefs Erwin Huber bringt die langjährige Einstellung der CSU zum Ausdruck. Huber sagte kürzlich, jeder Hauseigentümer oder Mieter solle im Eigeninteresse solche Geräte in der eigenen Wohnung anbringen. Anstatt gesetzlicher Regeln setzte die CSU also bis jetzt auf die freiwillige Einsicht von Hausbesitzern und Mietern. Die SPD ist mit dieser Verfahrensweise nicht einverstanden und wirft der CSU vor, die Rauchmelderpflicht bislang verhindert zu haben, obwohl es solche Vorschriften inzwischen in mehreren Bundesländern gibt. „Dadurch sind wir gezwungen, an die Eigeninitiative und das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu appellieren, diese lebensrettenden Geräte zumindest in Schlaf- und Kinderzimmern zu installieren“, kritisierte der Nürnberger Abgeordnete und gelernte Feuerwehrmann Stefan Schuster. „Wir wollen mehr Schutz für die Bevölkerung und ganz besonders mehr Sicherheit für Schutzbedürftige wie Kinder oder ältere Personen.“

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Sebastian Fischer

Sebastian Fischer ist seit 2009 im Onlinehandel mit Schwerpunkt Sicherheitstechnik und Brandschutzprodukte tätig. Seit 2011 Geschäftsführer und Inhaber der Firma Rauchmelder-Experten.de, ist er mit Herz und Seele im Bereich privater und gewerblicher Brandschutz unterwegs. Natürlich ist hat er die Zertifizierung zur Fachkraft für Rauchwarnmelder erfolgreich absolviert und erneuert diese regelmäßig. Mit Projekten wie www.buschi-wird-feuerwehrmann.de versucht er, das Thema Brandprävention auch im Umfeld von Kinder zu etablieren.

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